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1517 oder Luther bei die Fische!

14. Kunstvortrag in Kooperation mit Marx Wirtschaft Erwitte

Im Herbst 1517 bekommt Papst Leo X. auf dem Dienstweg Post von einem ihm bis dahin völlig unbekannten Martin Luther, sozusagen aus deutschen Landen frisch auf den Tisch! Leos Fehler: Er nimmt das "Mönchlein", den Schreiber der berühmten 95 Thesen, zunächst nicht ernst. Und als dieser am 31. Oktober 1517 seine schriftlich ausformulierte Kirchenkritik an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg nagelt und damit öffentlich macht, beweist er wahrhaft Mut, ahnt aber ganz gewiss noch nichts von den letztlich welterschütternden Folgen seines Tuns. Nun ist Luther nicht der Erste, der an der "Verderbtheit" der Institution Kirche und ihres Personals Anstoß nimmt, nur mit ihm erreichen die Kritik und schließlich die heftige Auseinandersetzung zweier Lager nie zuvor gekannte Dimensionen. Dabei fungieren das gedruckte Wort und das Bild als zunehmend scharf geführte Waffen in der ersten großen Medienschlacht der Neuzeit. Die Reformation macht aus Bildern Mittel einer breiten "Verkündigung"; die kommunikative Schlacht gegen den kirchenpolitischen Gegner bebildert entsprechend auch Polemik, Abwertung und Verhöhnung. An diesem Abend wird sich anhand einer Fülle von Bildwerken in die Zeit und die Ereignisse jener (religions-)politischen Explosion hineingedacht und -gesehen, von der uns mittlerweile 5 Jahrhunderte trennen, deren Erschütterungswellen aber immer noch deutlich zu spüren sind.

Bild:

© Ev. Stadtkirchengemeinde St. Marien, Foto: Juergen Pietsch

Termine

  • 22.01.19 19:30 - 21:45 Uhr