Stadt

Die Welt des Hieronymus Bosch

Foto von Jannis Beckermann
Kunstvortrag in Kooperation mit der Marx Wirtschaft Erwitte

Referent: Dr. Martin Dziersk

Oder: Der Teufel hat nicht nur den Schnaps gemacht. Als Jeroen van Aken - so sein eigentlicher Name - im August 1516 starb, war er bereits ein berühmter und in höchsten Kreisen gefragter und geschätzter Künstler.

Aber selbst aus heutiger Sicht zeigt sich die Bildwelt des Hieronymus Bosch in hohem Maße irritierend und faszinierend zugleich. Vielfach erscheinen seine Werke wie von der Hand eines Surrealisten des 20. Jahrhunderts gefertigt - und in der Tat haben die Vertreter dieses Genres viel von ihm gelernt.

Doch war nicht durch die Dogmen der Kirche eine bildsprachliche Normung vorgegeben, die sogar inquisitorisch streng überwacht wurde? Wie konnten da eindeutige erotische Motive oder gar eine Sau mit einem Nonnenschleier(!) unbeanstandet bleiben?

Viele Details in seinen Werken geben reichlich Anlass zu Fragen nach seinen beabsichtigten Botschaften und seiner persönlichen religiösen Ausrichtung. Die Antworten stecken in oftmals winzigen Details, die bei einer musealen Betrachtung aus verordneter Distanz gar nicht zu erkennen sind. Doch gerade sie liefern mehr als einmal die Schlüssel zu seinen Bilderrätseln, die auch bei scheinbar allergrößter "Verrücktheit" unter einem ganz bestimmten Blickwinkel doch plausibel sind - und hier wird es dann richtig spannend.

Termine

  • 20.11.18 19:30 - 21:45 Uhr