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Volkstrauertag 2020

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Stilles Gedenken im Stadtgebiet Erwitte

Kranzniederlegungen im kleinen Rahmen und andere Aktivitäten halten Erinnerung wach

Wie alle aktuellen Termine und Ereignisse stand auch der diesjährige Volkstrauertag im Zeichen der Corona-Pandemie und dem aktuellen Infektionsgeschehen. Daher fielen die sonst üblichen Gedenkveranstaltungen im großen Rahmen leider aus. Dennoch fanden im gesamten Stadtgebiet diverse Aktivitäten im stillen Gedenken an die Opfer von Kriegen, Gewaltherrschaft, Vertreibung und Völkermord statt.

In Erwitte legten Ortsvorsteher Kai Günther und Bürgermeister Hendrik Henneböhl einen Kranz im Namen der Stadt Erwitte nieder. Auch in den anderen Ortsteilen der Stadt Erwitte fanden vergleichbare Aktivitäten der Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher sowie der unterschiedlichen Institutionen und Vereine statt.

Zum 75. Mal jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in diesem Jahr, „Wir dürfen die Erinnerung an das Geschehene nicht verdrängen oder zu einer immer blasseren und verschwommenen Vergangenheit werden lassen“ appelliert Ortsvorsteher Kai Günther.

Nach dem Kranzniederlegen in Erwitte besuchte Bürgermeister Henneböhl die Ehrenmäler in den Ortsteilen sowie die Soldatengräber und die Grabstelle an der Bundesstraßenkreuzung noch kurz vor Kriegsende erschossenen Fremdarbeiter in Erwitte.

Auch in digitaler Form wurde den schwärzesten Momenten der Geschichte, insbesondere des letzten Jahrhunderts, gedacht. Ein digitaler Beitrag, welcher auf der Internetseite der Stadt Erwitte zur Verfügung steht, griff die unterschiedlichen Perspektiven der Erinnerung und des Gedenkens auf. So werden hier das Schicksal des jüdischen Jungen Horst Eichenwald, das Kriegsende und die Erschießung von Fremdarbeitern in Erwitte sowie ein Soldatenschicksal aufgegriffen. Außerdem griffen auch in den Sozialen Medien diverse Beiträge von Vereinen und Personen des öffentlichen Lebens das Gedenken zum diesjährigen Volkstrauertag auf oder besuchten im Laufe des Tages die Orte des Gedenkens in der Stadt Erwitte.

„Ich rufe insbesondere die jungen Generationen in unserer Stadt dazu auf, sich mit den eigenen familiären Biografien in diesem Zusammenhang zu beschäftigen. Dies gibt der Geschichte ein eigenes und sehr nahes Bild. Das Grauen dieser Jahre wird damit sehr oft persönlich und die „große Geschichte“ sehr klein und damit auch überhaupt greifbar. Es lässt einen sehr gut erkennen, dass Frieden und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten sind.“ appelliert Bürgermeister Henneböhl.

 

Ortsvorsteher von Erwitte Kai Günther und Bürgermeister Hendrik Henneböhl vor dem Mahnmal am Rathaus
Ortsvorsteher von Erwitte Kai Günther und Bürgermeister Hendrik Henneböhl vor dem Mahnmal am Rathaus